Typographisches Lexikon

Noch als ich in der Schriftsetzer-Lehre war (1973 bis 1975), habe ich für mich ein typografisches Lexikon begonnen. Das möchte ich nun hier digital fortsetzen und zu Ende bringen.

A
Ablegen: Nach dem Druck wird der Satz wieder abgelegt, d.h. die Buchstaben kommen wieder zurück in ihre Fächer, ebenso de Linien und das Blindmaterial.
Das Ablegen kann nach dieser Reihenfolge geschehen: 1) Die Kolumnenschnur lösen, aufwickeln und in die Schnurschublade zurücklegen, 2) Schrift, Linien und Blindmaterial zurück in die Fächer legen, 3) Maschinensatzzeilen werden in die Blecheimer geworfen (Fassungsvermögen um 40 Kilo).
In seltenen Fällen wird der Satz erneut gedruckt und muss daher aufgehoben werden. Dafür gibt es alphabetisch sortierte Stehsatzregale.
Abziehpresse: Als Abziehpresse oder Andruckpresse bezeichnet man eine Druckpresse, die lediglich der Anfertigung von Korrekturfahnen dient.
Affenstall: Abgeteilter Raum mit großen Glasfenstern für den Faktor
Ahle: Ein Arbeitsgerät des Setzers, der damit meist die Sätze ausbindet (mit Kolumnenschnur umbindet). Man kann damit auch Einzelbuchstaben durch Anpieken aus einem Satz herausheben, um den Buchstaben auszuwechseln.
Accent: 1) Akzent aigu: é - 2) Accent circumflexe: ^ - 3) Accent grave: è
Achselfläche: Die den Kopf der Letter tragende Fläche; bedingt durch die das Auge umgebene Matrizenoberfläche
Ahle: Ein Arbeitsgerät des Setzers, der damit meist die Sätze ausbindet (mit Schnur fest umwickeln). Man kann damit aber auch zu Korrekturzwecken einen Einzelbuchstaben anpieken und aus dem Satz herausziehen.
Akronym: Buchstabenwort, zB AEG, VIW, usw.
Akzidenz: Ursprüngliche Bezeichnung für die neben dem Zeitungs- oder Bücherdruck ausgeführten Gelegenheitsdrucksachen (accidense = das zufällige, veränderliche) ist noch heute Sammelbegriff für die Kleindrucksachen gesellschaftlicher und geschäftlicher Art, zB Visitenkarten.
Aldine: 1) Nach dem venezianischen Drucker Aldus Manutius. Gemeint wird das Druckwerk des A.M. 2) Halbfette Antiquaschrift
Alinea: Veraltet für: die "von der (neuen) Linie", d.h. von vorn, mit Absatz beginnende Druckzeile
Algraphie: Flachdruckverfahren und danach hergestelltes Kunstblatt
Alphabet: Das Setzen des kleinen Alphabets aus der 10 Punkt Garamond-Antiqua auf 22 Cicero Satzbreite ergeben 55 Buchstaben.
10 Punkt Optima auf 24 Cicero Satzbreite = 60 Buchstaben
Alte: Prinzipal (zumeist der Meister oder Setzereileiter)
Andruck: Probe- oder Prüfdruck auf der Abziehpresse
Arschgespan: So nennt man den Gassennachbarn, den Kollegen im Rücken
Aufzug: Die elastische Bekleidung des Drucktiegels oder Druckzylinders zum Ausgleich der Druckunebenheiten. Harte, elastische und weiche Stoffe, Karton, Papier, Gummi, Gewebe, Kork dienen diesem Zweck. Liniendrucke und Akzidenzen verlangen einen harten Aufzugm um zu tiefes Einsetzen der Schattierung zu vermeiden. Flächendruck auf leichteren Maschinen muss elastisch bis weich gedruckt werden. Weicher Aufzug verhindert auch das Quetschen der Farben bei zu starken Druckbeanspruchungen. In den Aufzug wird auch die Zurichtung eingefügt.
Ausgang: Unvollkommen gefüllte Satzzeile am Schluss von Absätzen
Ausgefressener Satz: Ein Satz der sehr viele Ausgänge hat, zB Text mit kurzen Dialogen
Ausschießen: Das Stellen der Satzkolumnen in bestimmter Anordnung auf dem Satzbrett oder in der Form, damit auf dem bedruckten und gefalzten Papierbogen fortlaufende Seiten entstehen.
Ausschließen: Eine Zeile im Winkelhaken wird mit Blindmaterial so gefüllt, daß sie fest im Winkelhaken ist
Ausgang: Unvollkommen gefüllte Satzzeile am Schluss von Absätzen
Autographie: Eine einfache Steindrucktechnik, darauf basierend, daß die mit autografischer Tinte geschriebene oder gezeichnete Vorlage auf den Stein durch Umdruck übertragen und davon gedruckt wird.
Autorenkorrektur: Der vom Setzer angefertigte Korrekturabzug wird dem Autor zwecks Korrektur vorgelegt. Nach eventuellen Korrekturen kann dann der Druckauftrag druckreif gemacht werden. Hierzu muss ausdrücklich die Imprimatur vorliegen.
Autotypie: Bilddruckplatten für Hochdruck (Buchdruck) die im Gegensatz zu den Strichätzungen der Wiedergabe von Halbtonbildern (Fotos, Malereien) dienen. Bei der Reproduktionsaufnahme wird vor die fotografische Platte ein Raster geschaltet (Glasplatte mit sich kreuzenden schwarzen Linien), durch deren ungeschwärzte Zwischenräume das von den Bildpunkten kommende Licht auf die lichtempfindliche Schicht fällt. Das helle Licht hinterlässt Eindrücke größeren Umfangs als die geringe Lichtmenge der Schattenpartien. Umgekehrt ist die von diesem Negativ entnommene Kopie auf Zink oder Kupfer; die nachfolgende Ätzung hinterlässt daher in den Bildlichtern kleine nadelspitze Rasterpunkte, in den dunkleren Flächen größere Druckpunkte, wodurch der Eindruck von Halbtonbildern zustande kommt.
Zeitungsbilder werden mit einem 30er Raster, Illustrationen für Kunstdruckpapier mit 60er oder 70er Raster hergestellt; d.h. ein Zentimeter des Rasters ist von 30, 60 oder 70 Linien durchzogen; ein Quadratzentimeter enthält dementsprechend 900, 3.600 oder 4.700 Rasterpunkte.
Azureelinien: Waagerechtes Linienband, zB zwei Cicero zur Ausfüllung in Vordrucken

B
Bauchbinde: Leicht abnehmbares Steifband um ein neu erschienendes Buch, das zum Kauf anregen soll.
Blattgold: Durch Auswalzen und Hämmern in hauchdünne Blättchen verwandeltes Gold wird für die Schriftvergoldung bei Bucheinbänden verwendet. Mit klebriger Farbe vorgedruckt, wird das aufgelegte Blattgold mit geheizter Presse aufgedruckt und das überschüssige Gold abgekehrt.
Echtes Blattgold, wie es u.a. auch für Zigarrenbauchbinden verarbeitet wird, verändert sich nicht so wie das als Ersatz viel benutzte Blattmetall, das durch Oxydation blind wird.
Blechdruck: Weißblechtafeln werden in indirektem Steindruck, auch mehrfarbig bedruckt für Packungen und Plakate. Die Farbe wird in einem Ofen bei 100 Grad Celsius getrocknet.
Blinddruck: Farbloser Vordruck von Schrift und Zierrat, um auf Buchdeckeln aus Leder, Leinen oder anderen genarbten Stoffen glatte Flächen für den nachfolgenden Farb- oder Foliendruck zu schaffen. Erfolgt auf geheizter Prägepresse. Wird auch ohne nachfolgenden Farbdruck häufig zur Verzierung von Buchstaben verwandt.
Blindmaterial: Formatstege aus Blei, Aluminium oder Eisen, Regletten, Quadraten und alles Ausschlussmaterial wird zum Unterschied von dem druckenden und daher sichtbaren Schriften als blind bezeichnet und sind etwa eine Cicero niedriger.
Blockade: Fehlender Text wird durch mitdruckendes Blindmaterial oder durch Umdrehen eines Buchstabens oder Maschinensatzzeile gekennzeichnet.
Bobine: Endloser Papierstreifen zur Herstellung von Zigarettenhülsen
Bodoni: Italienischer Stempelschneider und Buchdrucker. Nach ihm wird auch eine klassizistische Antiqua benannt.
Borgis: Schriftgrad 9 Punkt
Bresmadruck: Für die Gewinnung von Offsetdruckplatten durch die Firma Breslauer, Max, Leipzig, entwickelte Kopiermethode.
Briefbogen: Blatt Papier in DIN A4; Abstand vom Beginn des Namens bis zur Addresse liegt zwischen 24 und 28 Cidero. C6: 20 bis 24 Cicero.
Briefumschlag: Auf den Briefumschlag darf keine Telefonnummer
Brillant: Schriftgrad, 3 Punkt
Bronzieren: So nennt man den Vorgang des Bestäubens einer mit Bronze (Unterdruckfarbe) vorgedruckten Fläche mit Bronzepuder. Dieses kann von Hand oder in einer Bronziermaschine erfolgen; der überschüssige Bronzestaub wird nach dem Trocknen vom Druckbogen gewischt.
Broschur: In Papierumschlag gebundene Drucksache
Broschüre: Leicht gebundenes oder geheftetes Heftchen, Druckheft oder Flugschrift
Brotschrift: Brotschrift ist eine Bezeichnung für Schriftarten, in denen Fließtext oder Mengentext gesetzt wird. Die Benennung kommt daher, daß Schriftsetzer mit der Brotschrift ihr tägliches Brot verdienten. Üblicherweise in den Schriftgrößen Petit, Borgis und Korpus, sowie in zahlreichen Zwischengrößen.
Bekannte internationale Brotschriften sind etwa die Baskerville, die das Playboy-Magazin und viele US-amerikanische Zeitschriften verwenden, die Times nach der gleichnamigen Zeitung, die Excelsior (viele deutsche Zeitungen) und die Garamond im Bereich Akzidenzen. Allen gemein sind serifenbetonte Schriften.vr> Buchdrucker: Spaßige Bezeichnungen dafür sind: Bruchdrucker, Jünger der Schwarzen Kunst, Schwarzkünstler, Trittmüller, Halbbuchdrucker, Hudler, Kunstgenosse, Kunstverwandter, Speckjäger, Kunstglied, Kunsttempler, Pfuscher, Pressmeister, Ballenmeister.
Buchstaben: Fette Buchstaben dürfen nicht gesperrt gesetzt werden
Bundsteg: Der unbedruckte Raum zwischen zwei nebeneinanderstehenden Buchseiten, durch dessen gefalzter Mitte das Heften erfolgt (Buchrücken). Auch das Blinmaterial, das zum Ausfüllen des Formats eines Bundstegs gehört, bezeichnet der Drucker mit Bundsteg.
Bürstenabzug: Ursprüngliche Bezeichnung für den von der eingefärbten Satzspalte durch Bürstenschlag erhaltenen Korrekturabzug, wird auch heute noch vielfach für Abzüge der Handpressen angewandt.

C
Cedille: Französisches Zeichen für die Aussprache von C als stimmloses S vor a, o, u: ç
Chemigraphie: Verfahren zur Herstellung von Druckplatten
Chromolithographie: Farbensteindruck
Cicero: 1) Die Herkunft des Namens Cicero ist nicht eindeutig zuzuordnen. So soll sie ihren Namen nach einer Ausgabe von Marcus Tullius Ciceros Reden haben, die im Jahr 1465 in einer ähnlichen Schriftgröße gedruckt wurde. Andere Quellen nennen als Namensstifter den Schriftschneider Ulrich Hans Cicero, der im 15. Jahrhundert in Rom eine Schrift in 12 Punkt-Größe geschaffen habe. 2) Schriftgrad, 12 Punkt.
Copyright: 1) Das Urheberrecht ist zunächst ein absolutes, d.h. ausschließliches Recht auf den Schutz des geistigen Eigentums eines schöpferischen Menschen. Seine verfassungsmäßigen Grundlagen hat es vor allem in den Grundrechten des allgemeinen Persönlichkeitsrechtes, der Kunst- und Meinungsfreiheit und in wirtschaftlicher Hinsicht im Eigentumsrecht. 2) Verlagsrecht, Abkürzung, bzw. Zeichen: ©
corr. corr. impr.: correctis corrigendis imprimatur = Nach Erledigung der Korrekturen druckfertig.

D
damnatur: (lat.) Das Buch wird verdammt; lat. Formel der früheren Zensur, die besagte, daß ein Buch nicht gedruckt werden durfte.
Dedikation: Widmung, Geschenk
Dekalkierpapier: Wird benötigt für den Druck von Abziehbildern
deleatur: Tilgungszeichen, (lat.) es werde getilgt, Zeichen: ₰
Dewanagari: Indische Schrift, in der das Sanskrit geschrieben und gedruckt wird
Diamant: Schriftgrad, 4 Punkt
Diapositiv: Film- oder Glasplatte, auf dessen lichtempfindlicher Schicht durch Aufkopieren eines fotografischen Negativs das Bild in positiver Form, aber durchsichtig, entsteht. Für Offset- und Tiefdruckplatten-Herstellung wichtig.
Diatype: Die diatype ist ein Schriftsatzgerät für den Fotosatz. Die Diatype wurde in den Jahren 1952 bis 1954 von Hugo Heine aus Braunschweig für die Firma H. Berthold AG entwickelt. Sie ist ein halbautomatisches mechanisches Fotosatzgerät, das man auch bei Tageslicht benutzen kann. Eingesetzt wurde die Diatype hauptsächlich für den Satz von Akzidenzen und Formularen, aber auch zum Satz von Schriften zur Kartenherstellung und -fortführung.
Diatronic: Die diatronic ist eine Maschine für die Herstellung von Schriftsatz und arbeitet im Fotosatzverfahren. Sie wurde 1967 von der Hermann Berthold AG entwickelt. Die Maschine arbeitet optomechanisch, das bedeutet, die Schriftzeichen werden durch eine Negativschablone auf das Fotomaterial belichtet. Als Kompaktgerät vereint die Maschine Tastatur, Recheneinheit und Belichter in einem Gehäuse. Die Maschine hat keinen Bildschirm, sondern ein Display, auf dem nur das zuletzt getippte Zeichen zu erkennen ist. Weitere Satzparameter, wie zB Schriftgröße, Zeilenabstand oder Seitenposition werden angezeigt. Auf einem Papierstreifen wird eine Klarschrift des Textes zur Kontrolle angefertigt.
Dickte: Die durch die Buchstabenbreite bedingte Ausdehnung der Letter
DIN-Formate: Papierformate standardisieren die Abmessungen (Breite und Höhe) von Briefbögen, Kopierpapier, Karten und gedruckten Dokumenten.
Der internationale Standard für Papierformate ist die ISO 216. Diese basiert auf der deutschen Norm DIN 476, die erstmals vom Deutschen Institut für Normung (DIN) am 18. August 1922 festgelegt wurde. Darüber hinaus gibt es andere zeitgenössische und historische Papierformate, die sich in den Abmessungen und im Seitenverhältnis unterscheiden.
Historisch waren viele verschiedene Papierformate im Umlauf.
Eine einheitliche Staffelung der Papierformate wurde vom Ingenieur Walter Porstmann initiiert. Als Mitarbeiter des Normenausschusses der Deutschen Industrie erarbeitete er die DIN 476, die Formate der A‐ bis D‐Reihe, die bis auf die D-Reihe noch gültig sind. In Deutschland wurde dies 1923 eingeführt. Der Unterschied zum Weltformat lag nur im Ausgangspunkt für die absolute Größe. Diesen bildet (wie sonst auch üblich) das größte Format, zB DIN A0. Dessen Flächeninhalt wurde festgelegt, bei DIN A0 genau ein Quadratmeter. Diese Normalformate setzten sich auch international schnell durch, mit Ausnahme weniger Länder wie der USA und Kanadas, in denen sie nicht üblich sind.
Die DIN-Größen kann man sich realativ leicht merken, bzw. errechnen. Ausgehend von DIN A0 werden die Formatangaben jeweils gehälftelt, um zum nächstdarunterliegenden Format zu gelangen (Angaben in Millimeter):
DIN A0: 841 x 1189 mm
DIN A1: 594 x 841 mm
DIN A2: 420 x 594 mm
DIN A3: 297 x 420 mm
DIN A4: 210 x 297 mm
DIN A5: 148 x 210 mm
DIN A6: 105 x 148 mm
DIN A7: 74 x 105 mm
Anwendungsbeispiele:
DIN A0, DIN A1: Technische Zeichnungen, See-/Landkarten, Druckbogen, Aushang-Fahrpläne, Poster, Filmplakate, Wahlplakate
DIN A1, DIN A2: Flipcharts, Geschenkpapier, Filmplakate, Fahrpläne, Kalender, Zeitungen, Meisterbrief, Technische Zeichnungen
DIN A2, DIN A3: Zeichnungen, Diagramme, große Tabellen, Kalender, Karten, Filmplakate, Technische Zeichnungen
DIN B4, DIN A3: Zeitungen, Noten, Karten
DIN A4: Briefpapier, Formulare, Hefte, Zeitschriften, Technische Zeichnungen, Druckerpapier
DIN A5: Notizblöcke, Schulhefte, Prospekte
DIN A5, DIN A6, DIN A7, DIN A8: Karteikarten, selten auch DIN A4 und DIN A9
DIN A6: Flyer, Postkarten, Taschenbücher, Überweisungsträger, Notizhefte
DIN B5, DIN A5, DIN B6, DIN A6, DIN A4: Bücher (Buchformat)
DIN A7: Flugblätter, Taschenkalender, Personalausweis (ID‐2)
DIN B7: Reisepass (ID‐3)
DIN B8, DIN A8: Spielkarten, Visitenkarten, Etiketten
DIN C4, DIN C5, DIN C6, DIN B4: (Brief)Umschläge
Dittographie: Doppelbeschreibung von Buchstaben(gruppen)
Divis: Setzerbezeichnung für den Bindestrich: -. Daneben gibt es noch den kurzen Gedanken- oder Halbgeviertstrich: – und den Geviertstrich: —.
Divisorium: Gabelförmige Blattklammer zum Heften der Vorlage (Manuskript)
Drahtheftung: Die Heftung von Büchern ist die Verbindung der einzelnen Papierseiten oder der gefalzten Papierbögen zu einem Heft oder Buchblock. Broschüren und Illustrierte werden mittels eines Drahtes (Drahtheftung oder auch Klammerbindung) gebunden. Man unterscheidet auch die maschinelle oder industrielle Heftung und die Handheftung.
Draufstechen: Setzerausdruck für intensives flottes Arbeiten
Dreiwalzenstühle: Gemeint sind Farbreibmaschinen zur Herstellung von Druckfarben mit drei aufeinandersitzenden glatten Walzen, die sich unterschiedlich schnell drehen. Dadurch wird die zwischen ihnen mehrmals hindurchlaufende Mischung von trockenem Farbstoff mit Flüssigfirnis zu einem gleichmäßigen Teig oder Brei, letztlich der druckfertigen Farbe verrieben.
Druckerlaubnis: Deutsch für lat. imprimatur (es werde gedruckt). Erlaubnis und Zustimmungserklärung des Autors oder Auftraggebers zum Druckbeginn eines im Korrekturabzug vorliegenden Druckwerks. Ohne diese Imprimatur darf der Drucker nicht drucken.
Duktus: Schriftzug, Schriftart
Duodez: Buchformat, zwölf Blätter, 24 Seiten, Rückenhöhe 13 bis 17 cm

E
Effektätzung: Das Nachätzen einer Autotypie, um besondere Lichteffekte und Kontraste ganz stark herauszuarbeiten.
Egoutteur: Wasserzeichen bei der Papierherstellung. Entweder direkt ins Sieb gelötete Formen (zB bei handgeschöpften Papieren), oder bei der Papiermaschine durch den Egoutteur, einer Walze, die das Wasserzeichen während der Papierherstellung in das Papier drückt.
Egyptienne: Antiquaschrift
Eierkuchen: Setzerausdruck für einen Satz, der zum Teil in- oder durcheinander geschoben ist, sodaß die einzelnen Buchstaben erst mühsam wieder in die richtige Reihenfolge gebracht werden müssen.
Eintourenmaschine: Zylinderschnellpresse, deren großer Druckzylinder nur eine Drehung während des Vor- und Rücklaufs des Formkarrens ausführt.
Einzug: Der freie Raum, um den die erste Zeile eines neuen Absatzes eingerückt wird
Eisenbahnbewegung: Das ist eine ältere Art des Karrenantriebs an Schnellpressen. Die vom Kurbelzapfen geführte Pleuelstange führt den auf vier oder sechs Rädern laufenden Karren wie auf Eisenbahnschienen hin und zurück.
Elastographie: Offsetdruck von einer Zelluloidplatte, die mit einer Gummischicht überzogen ist. Darüber kommt die lichtempfindliche Gelatineschicht. Nach der Kopie, dem Auswascher usw. kann von dieser Platte, also eigentlich von der Gummischicht gedruckt werden.
Englische Linie: Das ist eine Linie aus Messing oder Blei, die in den Stärken 3 bis 12 Punkt vorhanden ist. Charakteristisch für diese Linie ist, daß sich das Schriftbild von der Mitte nach Außen verjüngt. Das geht sowohl beidseitig als auch einseitig, je nach dem welche Linienbreite benötigt wird.
Exlibris: (lat.) aus den Büchern, kunstvoll ausgeführtes oft persönliches Bücherzeichen Mit dem Namenszeichen (Initialen) des Bucheigentümers.
Exzenter: Dies sind äußerst wichtige Maschinenteile, durch die eine Drehbewegung in eine hin und her gehende umgewandelt wird. Exzenter bestehen entweder aus kreisrunden Scheiben, die außerhalb ihres Mittelpunkts gelagert sind oder aus nichtrunden Scheiben, durch deren Drehung eine darauf laufende Rolle auf und nieder, hin und her geschoben wird. An der Schnellpresse sind die Exzenter wichtig für die Hebebewegung, die Zylindergreifer und als Doppelexzenter für die Auffanggabel in Anwendung.

F
Facette: Der mit dem Facettenhobel erzeugte schräge Nagelrand an den Klischees, auch die metallischen Haltevorrichtungen, um Druckplatten ohne Nageln oder Kleben auf Unterlagstegen zu befestigen.
Fadenheftung: Die Heftung von Büchern ist die Verbindung der einzelnen Papierseiten oder der gefalzten Papierbögen zu einem Heft oder Buchblock. Höherwertige Bücher bindet man als Fadenheftung, bei der durch die Falzbogenmitte ein Faden genäht wird.
Fahne: Der Korrekturabzug wird normalerweise auf einen langen Papierstreifen (Korrekturfahne) gedruckt. Ein Bogen mittelfeines Papier im Format DIN A3 Hochformat tut es da auch. Wichtig ist, daß genügend Platz ist, um eventuelle Anmerkungen seitens des Korrektors anzufügen.
Faksimile: 1) Getreue Nachbildung einer Vorlage, zB einer alten Handschrift. Das gilt auch für die umgebenden Materialien (Papier, Umschlag, Buchschließen, o.ä.). 2) Unterschrift.
Faktor: Werkmeister oder Macher einer Buchdruckerei. Abkürzung: Fax
Farbe: Grundsätzlich gilt: Man sollte möglichst nicht bunt, sondern farbig gestalten, d.h. sparsam angewandte Farbe ist besonders wirksam. Deshalb nimmt man die neutrale Farbe für die Grundschrift. Jede Farbwirkung ist relativ und von ihrer Umgebung abhängig.
Filmlichtdruck: Dies ist eine Abart des Lichtdruckes und wurde für den gleichzeitigen Druck von Bild und Schrift in der Buchdruckpresse entwickelt. Anstelle der Glasplatte des Lichtdruckes tritt ein schmiegsamer Film mit der Bildschicht, die zugleich als Druckform dient. Auf eine Holz- oder Metallunterlage gespannt, wird dieses Filmbild mit der Buchdruckform zugleich gedruckt. Öfteres Feuchten des Films wie beim Lichtdruck ist erforderlich. Für kleinere Auflagen wirtschaftlich, weil die Klischeeherstellung wegfällt.
Fische: Wenn beim Setzen oder Ablegen eine Type aus der Hand rutscht und in ein falsches Schriftkastenfach fällt, dann spricht der Setzer nicht von einer falschliegenden Type, sondern von einem Fisch.
Flächenaufteilung: Es gibt zwei grundsätzliche Textanforderungen: symmetrisch und asymmetrisch. Der richtige Stand: Bereits eine Zeile teilt die Papierfläche auf. Je nach Stellung dieser Zeile ergibt sich die entsprechende Flächenaufteilung. Erkenntnisse: Die Symmetrie verlangt einen Flächenaufbau von oben. Die Asymmetrie unterliegt dieser Teilung nicht. Bei der Symmetrie gestaltet man nach dem Prinzip der Ähnlichkeit, bei der Asymmetrie des Kontrasts.
Flattermarke: Für das Zusammentragen eines zu bindenden mehrseitigen Buches vorgesehene Kontrollzeichen, die treppenförmig auf der Rückseite der gefalzten Druckbogen zu sehen sind. Dazu wird der Strich - ein Linienstück, zwei Cicero breit und sechs Punkt stark - im Bundsteg zwischen der ersten und letzten Seite eines jeden Bogens mitgedruckt. Fehlende und falschliegende Druckbogen fallen dadurch sofort auf.
Fliegenkopf: Umgedrehter Buchstabe (Blockade) oder umgedrehte Maschinensatz-Zeile. Der sog. Fliegenkopf entsteht durch die eingearbeitete Fußrille am Fuße der Letter oder Zeile.
Folio: Buchformat, zwei Blätter, vier Seiten, Rückenhöhe 32 bis 35 cm
Form: Bezeichnung für mehrere Seiten Satz, die in einem Rahmen geschlossen werden, um dann gedruckt zu werden.
Frankenstein-Typographie: Fürchterlicher, antiprografischer Satz
Froschmarke: Behelfsmäßige Anlegemarke aus elastischem Karton, an Boston- und Tiegeldruckpressen bei kleinen Auflagen für Handeinlage; früher sehr stark in Anwendung. Der obere, froschschenkelige gefalzte Teil drückt sich bei Berührung mit den Formatstegen zusammen, um danach wieder hochzufedern zur Erleichterung der Anlage.
Fußnote: Erläuterung am Fuße der Kolumne (sie gehört mit zum Satzspiegel); bestenfalls hochstehende Ziffern mit Klammer oder Stern; auf einer Seite höchstens drei Sterne; bei sehr umfangreichen Erläuterungen am besten zusammengefasst am Schlussteil des Buches. Textgröße ein bis zwei Grade kleiner.
Futhark: Runenalphabet

G
Galvano: Eine durch Abformung des Schriftsatzes oder einer Originalätzung gewonnene Druckplatte. Die zu klischierende Form wird auf einer Prägepresse in Wachs, Weichblei oder Zelluloid abgeformt; die so gewonnene Matrize wird durch Abbürsten mit Graphit für den elektrischen Strom leitfähig gemacht und in ein Kupferbad gehängt. Während sich durch Einwirkung des elektrischen Stroms auf die in dem Kupfervitriolbad hängende Kupferplatte von dieser feinste Teilchen ablösen, gehen diese Kupferpartikelchen auf die mit dem anderen Pol verbundene Wachsmatrize über und vereinigen sich dort zu einer geschlossenen Kupferhaut. Nachdem diese ausreichend stark ist, wird das Wachs abgeschmolzen, die Rückseite der Kupferhaut verzinnt und dann mit Blei ausgegossen, gerichtet und auf Schrifthöhe justiert. Galvanos zeigen eine feinere Wiedergabe aller Formeinzelheiten, als die mit Hilfe des Stereos möglich ist. Außerdem ist das Galvano wesentlich haltbarer als das Bleistereo. Für Mehrfarbendrucke bevorzugt man um des besseren Passers der verschiedenen Farbplatten die Abformung in Weichblei anstatt in Wachs.
Gallypresse: Tiegeldruckpresse mit senkrecht feststehendem Formtiegel und einem auf zwei Gleitbahnen schaukelndem Drucktiegel, der sich kurz vor dem Druckpunkt ebenfalls senkrecht aufrichtet und völlig parallel zur Druckform stellt, gegen die er durch zwei starke Zugstangen gezogen wird. Der Vorzug des Gallysystems beruht gegenüber dem Boston-, Gordon- und Liberty-System, die Form und Papier buchdeckelartig zueinander bewegen, auf der völlig parallelen Druckwirkung, unabhängig von der Aufzugstärke oder Druckeinstellung.
Gänsefüßchen: Der Setzer spricht nicht von An- oder Abführungszeichen, sondern von Gänsefüßchen.
Gautschen: 1) Zusammenpressen des erst teilweise entwässerten Papierbreis in der Papiermaschine, deren Gautschpartie die weitere Entwässerung besorgt, wobei sich der hin und her geschüttelte Papierbrei immer mehr verfilzt und ein festes Gefüge annimmt. 2) Ein Zunftbrauch bei den Buchdruckern und Schriftsetzern, durch den dem ausgelernten Lehrling (Auszubildenden) die Gehilfenwürde verliehen wird. Dabei setzt man den Täufling auf einen feuchten Schwamm, dessen Wasser dadurch ebenso wie das des Papierbreis in der Gautschpresse herausgedrückt wird. Anstelle des Auf-den-Schwammsetzens wird nicht selten das Eintauchen in die Feuchtwanne bevorzugt.
Der Zeremonienmeister verlas den Gautsch-Spruch: Packt an! Lasset seinen Corpus Posteriorum fallen auf diesen nassen Schwamm bis triefen seine beide Ballen. Der durst'gen Seele gebt ein Sturzbad obendrauf - das ist dem Sohne Gutenbergs die beste Tauf'.
Sodann wurde ich an den Armen und Beinen gepackt und in eine mit Wasser gefüllte Wanne fallen gelassen. Danach bekam ich noch einen vollen Eimer Wasser über den Kopf. Erst nach dieser Prozedur bekam ich eine Flasche Bier und war von nun an in den Kreis der Gehilfen aufgenommen. Mit dem Gautschbrief (Gesellenbrief), den ich heute noch besitze, wurde dieser Brauch besiegelt. Zeugen waren neben meinem Ausbilder alle Kollegen der Druckerei und auch der Chef Dr. Fiedler.
Getränke- und Speisekarten: Speziell für Kaffee Hag und deren Kaffeevertrieb wurden spezielle Speise- und Getränkekarten hergestellt. Siehe hierzu Kaffee Hag.
Geviert: Maßeinheit, eine veraltete Bezeichnung für Quadrat und bezeichnet die nicht druckende Fläche mit gleicher Breite (Dickte) und Höhe in der Papier-Ebene, also die Kegelstärke des Schriftkegels. Das Geviert in Nonpareille wiegt ein Gramm, ein Cicero-Geviert wiegt vier Gramm.
Glasdruck: Im Allgemeinen Wird Glas nicht direkt bedruckt, sondern im Abziehbilderverfahren mit Beschriftung oder Bild überzogen, die dann eingebrannt werden. Für den direkten Druck sind Apparate notwendig, bei denen der Farbdruck auf ein Gummituch erfolgt, das sich dann automatisch um die Gläser oder Flaschen legt, um die Farbschichten auf diese Weise zu übertragen. Das nachfolgende Einbrennen erfordert keramische Farben.
Goldener Schnitt: Schönheitsgesetz nachdem Linien, Flächen und Körper in harmonisch wirkende Teile gestaltet werden. Im Buchdruck wurde gelegentlich die Nutzfläche einer Seite, der sog. Satzspiegel, so positioniert, daß das Verhältnis von Bundsteg zu Kopfsteg zu Außensteg zu Fußsteg sich wie 2:3:5:8:13:21:34:55 usw. verhielt. Unregelmäßigkeiten fielen dabei sofort auf.
Gordonpresse: Eine Tiegeldruckpresse, bei der Fundament und Drucktiegel je um ihre eigene Achse schwingen. Wähend das Formfundament von dem nahe dem Fußboden gelegenen Drehpunkt aus nur kleine Schwingungen vollführt, schwenkt der Drucktiegel bei der Rückwärtsbewegung zugleich um seine Achse aus der senkrechten in die fast waagerechte Anlegestellung. Der Vorzug dieser Antriebsart ist in der kurzen Tiegelbewegung zu suchen, die eine verhältnismäßig hohe Geschwindigkeit zulässt.
Guillochen: So nennt man die Unterdruckflächen, wie sie zur Sicherung von Wertpapieren Verwendung finden. Diese kreisartig ineinanderverlaufenden Zeichnungen und Muster können nur mittels Guillochiermaschinen hergestellt werden; entweder als Zeichnung zur Reproduktion oder auch als gebrauchsfertige Gravur.
Gummi-Grotesk: Eine von allen Setzern erträumte Schrift, mit der es möglich ist, durch Ziehen oder Zusammendrücken der Buchstaben jede Zeile auf die gewünschte Satzbreite setzen zu können.
In der digitalen Welt des Schriftsetzers wurde zumindest dieser Traum erfüllt.
Gummiklischees: Sie werden für den Buchdruck hergestellt. Sowohl für Schrift wie für Fläche und Autotypie. Für den Druck grober Papiere gut geeignet, da die Gummiklischees durch ihre Elastizität nicht so leicht beschädigt werden können. Rasterklischees dürfen jedoch nicht so sein, da die feinen Rasterpunkte nicht stabil genug sind, um allen Druckbeanspruchungen zu wiederstehen und klare Bilder zu ergeben.

H
Halbautomat: Tiegeldruckpresse, bei der das Anlegen von Hand, das Auslegen der bedruckten Bogen jedoch automatisch erfolgt.
Hektograph: Als Hektografie (etwa Verhundertfachung) werden Umdruck-Verfahren bezeichnet, mit denen Schriftstücke ohne Anwendung einer Presse, sondern mittels einer abfärbenden Vorlage, der Matrize, vervielfältigt werden können. Die Hektografie wurde seit Ende der 1970er Jahre durch die Fotokopie aus dem Alltag verdrängt.
Heliographie: Tiefdruckplatte, gewonnen durch Kopieren des Negativs einer Strichzeichnung auf rotes Pigmentpapier, das auf eine Kupferplatte gequetscht und entwickelt wird. Die erhaben auf dem Kupfer stehende Zeichnung wird graphiliert; in einem galvanischen Bad entsteht dann eine Druckplatte mit vertiefter Zeichnung.
Heliogravüre: Tiefdruckverfahren für den Bilderdruck, bei dem anstelle des Tiefdruckrasters Asphaltkorn zur Anwendung kommt. Die Kupferplatte wird mit Asphaltstaub überzogen, dieser geschmolzen und darüber das kopierte Pigmentpapier gequetscht, entwickelt und mit Eisenchlorid geätzt. Der Druck zeigt dann ein dem Runzelkorn des Lichtdrucks ähnliches Staubkorn.
Hieroglyphe: Eine Hieroglyphe (aus dem altgriechischischen, zu deutsch heilig und Eingeritztes) ist ein Schriftzeichen mit erkennbar bildhaftem Charakter. Als Hieroglyphen oder Hieroglyphenschrift wird ein Schriftsystem bezeichnet, das überwiegend solche Zeichen als Schriftzeichen verwendet und wird auch in speziellerem Sinne als Bezeichnung der ägyptischen Hieroglyphenschrift verwendet.
Hiragana: Japanische Silbenschrift
Hochzeit: Doppelt gesetzte Wörter oder Satzteile. Soviel närrisches Glück duldet man nicht im ernsten Reigen einer Buchseite. Das Pärchen wird grausam auseinandergerissen.
Holzdruck: Der Holzdruck erfolgt im allgemeinen von erhitzten Metallformen, die gegen das Holz gepresst dieses leicht ansengen und dadurch dunkel färben. Für den Farbendruck wird das Holz zuvor mit einer weißen farbenaufnahmefähigen Schicht überzogen. Das spröde Material ist nur für den indirekten Druck geeignet, sofern nicht Spezialmaschinen für den Kistendruck zur Verfügung stehen.
Holzlettern: Normalerweise bestehen die Lettern im Handsatz aus Blei. Größere Schriftgrade (ab 5 Konkordanz) sind oftmals aus Holz. Gerade im Plakatsatz werden die Formen sonst zu schwer.
Hurenkind: Eine halbe Ausgangszeile am Anfang (Kopf) einer Seite. Wenn es sich beim Umbruch ergibt, das die letzte halbe Zeile nicht mehr auf die Seite geht, wird mit vielen feinen Mitteln gewerkelt, bis die Zeile doch noch auf die Seite passt, denn Hurenkinder werden auf Buchseiten nicht geduldet. Eine andere Version besagt, so wie das Hurenkind nach dem kanonischen Recht keinen Vater besitzt, so stehe die eine Zeile am Anfang der Kolumne zusammenhanglos da.
Es muss also nach Möglichkeit vermieden werden, daß solche Hurenkinder nicht auftreten; sie stören gewissermaßen den Lesefluss. Durch Aus- und Einbringen von Blindmaterial lässt sich das gut bewerkstelligen.

I, J
Impressum: Erscheinungsvermerk in Druckschriften, Angabe über Verleger, Drucker usw.
Imprimatur: Es werde gedruckt, Druckerlaubnis, ohne Druckerlaubnis ergfolgt kein Druck
In den Sack hauen: Ausdruck für die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses
Inkunabel: Wiegen- oder Frühdruck, Drucke aus der Zeit vor 1500
Initial: Schmückender, meist etwas größerer Anfangsbuchstabe, wird durch Verzierung und Farbe noch weiter aufgewertet.
Inserat: Anzeige in Zeitungen
Interlinearglosse: Glosse, die zwischen die Zeilen geschrieben wurde
Intertype: Zeilenguss-Setzmaschine
Intertype-Fotosetter: Lichtsetzmaschine
Jungfrau: Bezeichnung für eine fehlerlos gesetzte Seite oder Spalte, die deshalb keine Korrekturangaben aufweist. Vor dem ersten Abzug sitzt zähneknirschend der Korrektor, aber sein Mühen ist umsonst, er vermag keine Beweise menschlicher Unzulänglichkeiten zu entdecken. Das Ideal ist erreicht und rauhe Männer betrachten zärtlich bewundernd die reine fehlerlose Jungfrau.

K
Kalander: Walzenpresse, die zum Glätten, Kalandrieren des Papiers in der Papierindustrie werden Oberflächeneigenschaften wie Glanz und Glätte bei gleichzeitiger Dickenreduzierung verbessert. Durch Veränderung von Druck, Temperatur und Walzengeschwindigkeit lassen sich verschiedene Effekte erzielen. Das Verfahren nennt sich auch Satinieren.
Kapitalband: Schutz- und Zierband am Buchrücken
Kapitälchen: Großbuchstaben (Versalien), die im Schriftbild genau so hoch sind wie die Kleinbuchstaben (Gemeine).
Karren: Beweglicher Teil einer Schnellpresse älteren Baujahres
Kartonage: Die Kartonage ist ein Begriff aus der Verpackungstechnik. Sie wird aus stabilisierten Papiersorten (Karton oder in Verbindung mit Pappe) hergestellt.
Kegel: Die durch den Schriftgrad bedingte Ausdehnung der Letter
Kelle: Mitunter sagen Setzer zu ihrem Hauptarbeitswerkzeug, dem Winkelhaken, Kelle. Darin werden die Buchstaben hineingesetzt. Die Satzbreite lässt sich individuell einstellen. Zumeist werden sie in Konkordanz eingestellt, zB 16 Cicero (vier Konkordanz) für Visitenkarten. Mit dem Frosch, einem verschiebbaren Hebel, oder einem Schraubenverschluss wird die Satzbreite eingestellt und fixiert.
Klischograph: Elektrische Graviermaschine für Druckstöcke
Klopfholz: Ein Klopfholz ist das unerlässliche Werkzeug eines Buchdruckers. Damit wird die aus Einzellettern zusammengesetzte Schriftform in allen Teilen auf die für den guten Ausdruck erforderliche Schrifthöhe gebracht. Das Klopfholz ist etwa 14 cm lang, 6 cm breit und vielleicht 5 cm hoch. Die Oberseite ist mit einer dicken Lederschicht beklebt und der untere Teil mit einem weichen Kunststoff wie Linoleum. Mit einem leichten Hammer klopft der Buchdrucker die Zeilen fest. Nicht zu fest, Blei ist bekanntlich weich und wird sofort beschädigt wenn ein harter Gegenstand die Oberfläche trifft.
Kolonel: Schriftgrad, 7 Punkt
Kolophon: Schlussformel mittelalterlicher Handschriften und Frühdrucke mit Angabe über Verfasser, Druckort und -jahr.
Kolumnenschnur: Mehrere Zeilen werden aus dem Winkelhaken ausgehoben und auf einem Setzschiff zu Satzspalten (Kolumnen) zusammengefügt. Die druckfertigen gesetzten Teile werden zum Lagern bis zur Herstellung der Druckform ausgebunden, das heißt mit einem Stück Kolumnenschnur so zusammengebunden, daß es möglich ist, diesen Satz hochzuheben, ohne daß er auseinanderfällt. Dies erfordert eine gewisse Fingerfertigkeit. Zumeist wird der Satz aber auch mit dem Setzschiff transportiert. Das Hochheben von Hand ist nur bei kleinen Sätzen angebracht.
Kommareiter: Scherzhafter Ausdruck für den Korrektor
Konkordanz: Die Konkordanz ist ein Schriftgrad. Eine Konkordanz das entspricht vier Cicero. Konkordanzen werden hauptsächlich zur Definition von Linien, Regletten und Stegen verwendet.
Konus: Das zur Achselfläche schräg abfallende Fleisch am Schriftbild
Korpus: Schriftgrad, zehn Punkt
Korrektor: Ein Korrektor ist eine Person, die Druckvorlagen hinsichtlich Rechtschreibung, Grammatik, Typografie, Stil und Interpunktion überprüft und Fehler zur Korrektur anzeichnet.
Korrigenda: Druckfehlerverzeichnis
Krauter: Prinzipal einer kleinen Druckerei
Kunstdruckpapier: Holzfreies einseitig oder zweiseitig gestrichenes Papier; wird benutzt für Broschüren, Zeitschriftenmagazine, evtl. Plakate; eignet sich hervorragend zum Druck von vier- oder mehrfarbigen Strichätzungen, weil die Bilder sehr scharf ausgedruckt werden können.
Kurrentschrift: Die deutsche Kurrentschrift (lat. currere = laufen), auch und insbesondere im Ausland nur als Kurrent bezeichnet, ist eine Schreibschrift. Sie war etwa seit Beginn der Neuzeit bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts die allgemeine Verkehrsschrift im gesamten deutschen Sprachraum. Sie wird auch deutsche Schreibschrift oder deutsche Schrift genannt.
Kustos: Zahl, Silbe oder Wort am Kopf oder meist am Fuß einer Seite zur Verbindung mit der vorhergehenden oder der kommenden Seite.

L
Lapidarschrift: Die Lapidarschrift (lat. lapis = Stein) oder Steinschrift bezeichnet die Schrift zweier Epochen der Schriftentwicklung in Griechenland und dem Römischen Reich, die gemeinsam haben, daß sie in Stein geritzt und später gemeißelt wurden.
Layout: Großzügig angelegte Skizze von Text und Bildgestaltung; verbindlich für Satz- und Druckformat.
Legierung: Die Bleisatzlettern sind nicht aus reinem Blei, sondern aus einer Legierung, die sich folgendermaßen zusammensetzt:
Normalschrift: 5% Zinn, 28% Antimon, 67% Blei
Blindmaterial: 3% Zinn, 12% Antimon, 85% Blei
Maschinensatzblei: 4% Zinn, 11% Antimon, 85% Blei
Leiche: Fehlendes Wort innerhalb eines Satzes
Leiche begraben: Ausgelassenes Wort in den Schriftsatz einfügen, was oft ein Umbrechen bis zumnächsten Absatz zur Folge hat.
Lektor: Wissenschaftlicher Mitarbeiter zur Begutachting der bei einem Verlag eingehenden Manuskripte.
Lektorieren: Ein Manuskript prüfen
Lemma: Stichwort; Vordersatz eines Schlusses; veraltet für: Überschrift
Leporellofalz: harmonikaartig zusammengefaltet, zB bei Broschüren
Lexikon: alphabetisch geordnetes Nachschlagerwerk; älter für: Wörterbuch
Libell: Büchlein; Klageschrift im alten Rom; Schmähschrift
Linie: Linien gibt es hauptsächlich in den Längen 4 Cicero, 8 Cicero, 12 Cicero, 16 Cicero und 20 Cicero. Die Dickten sind 1 Punkt, 2 Punkt, 3 Punkt, 4 Punkt, 6 Punkt, 8 Punkt, 12 Punkt und 24 Punkt. Material ist Messing. Es gibt feine, stumpffeine, halbfette und fette, punktierte und gestrichelte Linien. Daneben gibt es Stückelungen in den gängigen Breiten von 6 bis 48 Punkt für den Tabellensatz.
Linolschnitt: ein grafisches Verfahren und dessen Ergebnis; eine Zeichnung oder Buchstaben werden mittels Stichel in das Linoleum hineingearbeitet.
Linotype: Setz- und Zeilengussmaschine
Lithographie: Die von Alois Senefelder erfundene Steinzeichnung. Mit Fettkreide, Tusche, Umdruck oder Kopie auf den polierten Stein übertragene Zeichnung lässt sich nach dem Feuchten des Steins mit Fettfarbe einwalzen und auf Papier drucken.
Lumbecken: Nach dem deutschen Erfinder E. Lumbeck. Geschnittene und gefalzte Druckbogen werden gepresst und im Bund aufgerauht. Sodann wird dieser Teil mit Buchbinderleim gelumbeckt (bestrichen).

M
Majuskel: Großbuchstabe
Makulatur: Fehldrucke irgendwelcher Art, für den ursprünglichen Zweck nicht mehr zu gebrauchen.
Manuldruck: Ein nach dem Erfinder Ullmann durch Umstellung des Namens benanntes Plattenherstellungsverfahren für den Offsetdruck. Besonders geeignet für den Nachdruck von Schriftwerken, erspart den Neusatz, da von der gedruckten Vorlage durch einfache Belichtungsvorgänge Kopien entnommen werden können. Vergrößerungen oder Verkleinerungen sind dabei nicht möglich.
Manuskript: (lat. manus = Hand), das handgeschriebene, Textvorlage, die übersichtlich, gut lesbar und möglichst mit Schreibmaschine fehlerfrei geschrieben ist.
Marginalie: (lat. margo = Rand); Randbemerkung, stichwortartig, zum schnellen Auffinden von Textstellen. Erste Zeile auf Schriftlinie mit dem Grundtext, der ein bis zwei Grade kleiner ist.
Maschinenrevision: Der erste gute Druck einer im Druckzylinder hergestellte Abzug wird dem Korrektor vorgelegt. Wenn dieser keine Fehler findet gibt er seine Imprimatur. Andernfalls wird die Druckform aus dem Druckzylinder herausgeholt und auf den Formenwagen gezogen. Der Setzer dreht den Formenwagen dann in die Waagerechte und berichtigt den Fehler. Sodann kommt die Form wieder in den Druckzylinder. Der Buchdrucker fertigt erneut einen Abzug für den Korrektor. Erst wenn dieser keine Fehler findet darf der Buchdrucker beginnen zu drucken.
Maschinensatz: So nennt man den Satz des Maschinensetzers
Matern: Hierbei werden mehrere Lagen Seiden- oder Löschpapier zusammengeklebt, um damit den Schriftsatz abzuformen und von dieser Form (Mater) die Stereoplatten in Blei ausgießen zu können.
Matrize: Als Matrize bezeichnet man im Zusammenhang mit Handsatz, Maschinensatz und Schriftgießerei eine Form aus Metall zur Erzeugung von Lettern oder Bleisatzzeilen. Die Matrizen (vorwiegend aus Messing) wurden auf Tastendruck maschinell zusammengeführt, zu einer Gussform fixiert und anschließend mit Maschinensatzblei ausgegossen.
Matrizenpappen: Weiche Pappen, besonders Stereotypieren (Abprägen) von Satzformen für den Zeitungsdruck oder für die Herstellung mehrerer Platten von jeder Satzzeile beim Druck hoher Auflagen.
Merkantildruck: Ältere Bezeichnung für den Druck von Geschäftspapieren, Briefbogen usw. zum Unterschied von Zeitungs-, Werk- und Illustrationsdruck usw.
Mertenstiefdruck: Nach Dr. Mertens, dem Erfinder des Rotationsrakeltiefdrucks (Kupfertiefdruck). Die farbtragenden Bildteile werden als unterschiedlich tiefe Farbnäpfchen in den Kupferzylinder eingeätzt, der beim Eintauchen in die Farbwanne mit einer dicken Farbschicht überzogen wird. Ein schmiegsames Stahllineal (Rakel) streicht die überschüssige Farbe von den nichtdruckenden Flächen ab, sodaß nur die in den Farbnäpfchen zurückbleibende Farbe auf das angepresste Papier übergeht und dadurch den Eindruck von Bildern mit echten Halbtönen hervorruft, zum Unterschied von den autotypischen Bildplatten für Buchdruck, bei denen die unterschiedlichen Tonwerte durch große und kleine Rasterpunkte entstehen.
Metadruck: Abziehbilderdruck für die Dekoration von Porzellan, Metallgegenständen usw. Wird mit feuerfesten Farben ausgeführt, da die Bilder nachher eingebrannt werden. Das dafür verwendete Metadruckpapier ist mit einer kleisterähnlichen, in Wasser löslichen Schicht überzogen, damit sich das Papier beim Übertragen der Bilder auf die zu verzierenden Gegenstände vom Druck leicht lösen lässt.
Metteur: Setzer, der den Satz (Maschinensatz-Spalten) zu Seiten zusammenstellt und auf Höhe bringt, sodaß sie später in die Druckform geschlossen werden können.
Mezzotintodruck: Kupfer- oder Stahlstichdruckverfahren, bei dem die Metallplatten durch Schabeisen in ihrer ganzen Fläche aufgerauht werden. Die Zeichnung wird dann mittels Polierstahl in die aufgerauhte Fläche hineingedrückt. Sie erscheint dann weiß auf schwarzem Grund, da ja nur die aufgerauhte Fläche die Farbe behält.
Minuskel: Kleinbuchstabe, auch Gemeine genannt
Mittel: Schriftgrad, 14 Punkt
Mittelsteg: Teilt den Schließrahmen der Schnellpresse in zwei Hälften, erleichtert das Schließen größerer Druckformen, muss bei empfindlichen Passformen (mehrfarbige Arbeiten) durch Verschrauben mit dem Formbett gegen seitliches Verschließen gesichert sein.
Mönch: Blassdruckende Stellen auf einem Druckbogen, entsteht wenn eine Zeile nicht auf Schrifthöhe oder die Zurichtung fehlerhaft ist. Ein Vergleich mit der Tonsur der Mönche ergab diese Bezeichnung.
Monotype: Setzmaschine für die Herstellung von Einzelbuchstaben. Dieses Verfahren hat sich aber nicht durchgesetzt, weil zu langsam.
Monotypie: Statt auf Papier oder Leinwand wird auf Glas-, Igelit-, Acryl- oder Metallplatten gezeichnet oder gemalt und, solange die Farbe noch feucht ist, mittels Presse oder Handabreibung auf das Papier gedruckt. Geschieht das mit einer Druckpresse, hat der Abzug einen Plattenrand wie beim Tiefdruck.
Motto: Leitgedanke, Anregung zum nachfolgenden Text
Mühle: scherzhafte Bezeichnung des Buchdruckers für seine Druckmaschine
Musiknoten: Der Notenstecher zieht mit einer fünfzinkigen Gabel die Notenlinien in Kupferplatten und schlägt dann mit Stahlstempeln die einzelnen Zeichen, Notenköpfe ein. Von dieser Originalplatte wurden Umdrucke für Steindruck hergestellt. Notendruckformen werden auch von gezeichneten Vorlagen im Kopierverfahren oder für Buchdruck in Schriftsatz erzeugt.

N
Nonpareille: Schriftgrad, 6 Punkt
Nudel: Scherzhafte(?) Bezeichnung für eine mit der Hand zu bedienende Abziehpresse (Andruckpresse).

O
Obraldruck: Das Wort OBRAL entstand aus den Anfangsbuchstaben der Firmenbezeichnung Oskar Brandstetter, Leipzig. Der Obraldruck ist ein Übertragungsverfahren, bei dem von vorliegenden Drucken auf fotografischem Wege Offsetdruckplatten gewonnen werden.
Oktav: Buchformat, 8 Blätter, 16 Seiten, Rückenhöhe 18 bis 20 cm
Ordinärpreis: Vom Verleger festgesetzter Buchverkaufspreis

P, Q
Pachulke: (poln. Pascholek = Knecht), scherzhaft für einen Setzer, der nicht selbständig arbeitet.
Pantograph: (griech. pantos = alles, gráphein = schreiben, zeichnen), auch als Storchenschnabel bezeichnet, ein mechanisches Präzisionsinstrument für das Übertragen von Zeichnungen oder Buchstaben im gleichen, größeren oder kleineren Maßstab. Der Panthograf wird häufig für Gravuren in Glas verwendet oder für die Herstellung von Grabsteinschriften
Paperback: Taschenbuch bezeichnet im modernen Sprachgebrauch ein kleinformatiges, handliches Buch mit flexiblem Einband ohne Schutzumschlag in Klebebindung, das zu einem relativ niedrigen Preis in oft hohen Auflagen erscheint.
Papier: (lat. papyrus) ist ein flächiger Werkstoff, der im Wesentlichen aus Fasern pflanzlicher Herkunft besteht und durch Entwässerung einer Fasersuspension auf einem Sieb gebildet wird. Das entstehende Faservlies wird verdichtet und getrocknet.
Papier wird aus Faserstoffen hergestellt, die heute vor allem aus dem Rohstoff Holz gewonnen werden. Die wichtigsten Faserstoffe sind Zellstoff, Holzstoffe und Altpapierstoff. Das durch Papierrecycling wiederverwertete Altpapier ist mittlerweile die wichtigste Rohstoffquelle in Europa. Außer dem Faserstoff oder einer Faserstoffmischung enthält Papier auch Füllstoffe und weitere Zusatzstoffe.
Es gibt rund 3.000 Papiersorten, die nach ihrem Einsatzzweck in vier Hauptgruppen eingeteilt werden können: Grafisches Papier (Druck- und Schreibpapier), Verpackungspapier und -karton, Hygienepapier (zB Toilettenpapier, Papiertaschentücher) sowie die vielfältigen technischen Papiere und Spezialpapiere (zB Filterpapier, Zigarettenpapier, Banknotenpapier).
Die Papiersorten sind nach dem Verwendungszweck geordnet:
1) Bildträgerpapiere
Hierzu zählen Zeitungspapiere, Werkdruckpapiere, Briefpapiere, Kunstdruckpapiere, Prospektpapiere Geschäftsbücherpapiere
2) Hüllenpapiere
3) Sonderpapiere
Wichtige Angaben zum Papier speziell für die Weiterverarbeitung sind:
Format, Gewicht je 1000 Bogen, Quadratmetergewicht, Sortenbezeichnung.
Papiere werden nach Gewichten je Quadratmeter geordnet: Papier bis 119 g/qm
Halbkarton bis 149 g/qm
Karton bis 500 g/qm
alle darüberliegenden Gewichte sind Pappen.
Parenthese: Parenthesen sind Einschubsätze innerhalb einer Zeile, ein Erklärsatz gewissermaßen. Der Einschub wird meist von Gedankenstrichen umschlossen in den Satz eingefügt oder durch Klammern oder Kommata vom restlichen Satz getrennt.
Beispiel: Das Gute – dieser Satz steht fest – ist stets das Böse, was man läßt! (Wilhelm Busch: Die fromme Helene)
Passer: Besonders im Mehrfarbendruck spielt der Passer eine große Rolle. Der Passer ist ein kleines Kreuz in der entsprechenden Farbe, das am äußersten Rand eines unbeschnittenen Druckbogens zu sehen ist. Passgenau sind die Druckbogen wenn das Kreuz aller Farben genau übereinstimmt.
Patrize: Stempel, Prägestock; Gegenform zur Matrize
Perforator: Spezialschreibmaschine, mit der Manuskripttexte auf Lochstreifen für die automatische Setzmaschine übertragen werden.
Perl: Schriftgrad, 5 Punkt
Petit: Schriftgrad, 8 Punkt
Pinnen: Ugs. für glatten Satz setzen
Pinzette: Arbeitsgerät des Setzers, damit zieht er die der Reihe nach einsortierten Buchstaben aus dem Steckschriftkasten.
Plagiat: Diebstahl geistigen Eigentums Photochemigraphie: Herstellung von Ätzungen aller Art im Lichtbildverfahren
Photokopie: Originalgetreue Wiedergabe einer Vorlage, die im Kopierer auf einer durchsichtigen Glasplatte liegt. Kann auch für Kleinstauflagen benutzt werden.
Photomechanik: Verfahren der Fotografie zur Herstellung von Druckformen
Photozinkographie: Herstellung von Strichätzungen mit Hilfe der Fotografie
Punzen: Das sind die vom Schriftbild eingeschlossenen nichtdruckenden Flächen
Putzen: Schmutzpartikel, die sich am Buchstabenbild festsetzen oder beim Abdruck einen Klecks bilden.
Quadrate: So nennt man das zwei, drei oder vier Cicero breite Blindmaterial, das in Kegelgröße zum Ausschließen benutzt wird.

R
Register: Beim Registersatz müssen die Registerpunkte immer untereinander stehen
Reglette: Mit Regletten wird das Blindmaterial, die Zeilenabstände bezeichnet. Sie gibt es in den Stärken von 1 Punkt (Achtelpetit), 2 Punkt (Viertelpetit), 3 Punkt (Viertelcicero), 4 Punkt (Halbpetit), 6 Punkt (Nonpareille), 8 Punkt (Petit), 12 Punkt (Cicero), 16 Punkt (Tertia), 20 Punkt (Text).
Riemen: Ugs. für lange Satzspalten
Rubrik: Überschrift, Titel(kopf)

S
Satzspiegel: Höhe und Breite der zu bedruckenden Fläche auf dem Papierformat. Sie wird meist nach dem Goldenen Schnitt berechnet.
Schiff: Es sieht einem Kuchenblech nicht unähnlich. Allerdings ist es stärker und akkurater gebaut als jenes, außerdem mit absolut rechtwinkligen Schenkeln. Der Setzer stellt auf ihm seinen Satz zusammen und benutzt es auch zum Satztransport. Je nach Größe werden Spalten-, Oktav-, Quart-, Folio- und große Schiffe unterschieden.
Schmitz: Unreiner Druck, der sich als verwischter Schatten beim Schriftbild sowie beim Bilderdruck zeigt.
Schmutztitel: Als Schmutztitel – seltener Halbtitel, Bastardtitel, Schutztitel, Vortitel oder Vorsatztitel – wird der Kurztitel eines Buches bezeichnet, der auf einem gesonderten Blatt vor dem eigentlichen Titelblatt steht.
Schnellschuss: Besonders eiliger Druckauftrag, der bevorzugt behandelt wird
Schrift: Das Wort Schrift steht u.a. für Zeichensysteme zur Bewahrung und Weitergabe von sprachlichen Informationen. Einst erst handschriftlich, dann gedruckt vorliegende Niederschriften oder Schriftstücke.
Schriftarten: Als Schriftart (ugs. Schrift, engl. font) bezeichnet man in der Typografie die grafische Gestaltung der Zeichen einer Satzschrift. Eine Schriftart besteht aus einem Satz von Glyphen, die in einer für die jeweilige Schriftart einheitlich charakteristischen Weise gestaltet sind. Jede Schrift hat einen besonderen Ausdruck, der je mach Einsatz variiert. Schriftarten sind etwa Arial, Helvetica oder Times New Roman.
Ich habe ca. 900 Schriftarten zur Verfügung, davon habe ich aber nur etwa 380 installiert.
Schriftbild: Die druckende Fläche; das Buchstabenbild am Kopf der Letter
Schriftgrade: 4 Punkt (Halbpetit oder Diamant), 5 Punkt (Perl), 6 Punkt (Nonpareille), 7 Punkt (Kolonel), 8 Punkt (Petit), 9 Punkt (Borgis), 10 Punkt (Korpus), 12 Punkt (Cicero), 14 Punkt (Mittel), 16 Punkt (Tertia), 20 Punkt (Text), 24 Punkt (2 Cicero), 28 Punkt (Doppelmittel) Schriftgröße: Die Schriftgrößen beginnen mit 4 Punkt (Diamant), steigern sich dann auf bis zu 8 Konkordanz. Während die kleinen Schriftgrade in Blei vorliegen, sind die größeren (etwa ab 20 Cicero in Kunststoff oder Holz. Warum? Die Setzschiffe werden sonst zu schwer. Es gibt zwar DIN A3-Schiffe für Plakate, aber die müssen auch bewegt werden, und wenn es nur der Weg bis zur Abziehpresse ist.
Schrifthöhen-Prüfgerät: Ein Justiergerät, um die exakte Schrifthöhe von 62⅔ Punkt bzw. 23,567 mm einzustellen. Mit diesem Gerät wurde sichergestellt, daß die auf Unterlagstege geklebten Nyloprint- oder Zinklischees (Vignetten) im Druck kein Loch bildeten (wenn sie zu niedrig waren) oder das Papier durchstießen und die Walzen beschädigten (wenn sie zu hoch waren).
Schriftlinie: Die untere Begrenzung der Mittelhöhe des Schriftbildes; ihr Abstand vom Kegelrand ist genormt.
Schriftsetzer: Der Schriftsetzer oder kurz Setzer war ein Ausbildungsberuf in der Druckindustrie und in der Weiterverarbeitung von druckfähigem Material (vorwiegend Satzschrift) für den Buchdruck. Geläufig waren auch die Bezeichnungen Handsetzer und, als Gegensatz, der an Maschinen arbeitende Maschinensetzer, wobei beide ugs. auch Bleisetzer genannt wurden. Eine weitere Steigerung dieses Berufszweigs war der Fotosetzer, der an speziellen Maschinen gearbeitet hat. Siehe Diatype und Diatronic.
Schriftsetzer und Buchdrucker haben sich häufig geneckt. Folgende Bezeichnungen für den Setzer werden dabei benutzt: Draufstecher, Stupfer, Hamster, Hudler, Marder, Pfuscher, Schnellhase, Typenfänger, Zeilenspinner, Zeilenreiter, Zeilenfänger, Satzarchitekt, Satzklempner, Satzdompteur, Speckjäger.
Schriftwahl: Durch die Wahl der passenden Schriftart kann der Drucksache der Inhalt entsprechend der entscheidende Ausdruck gegeben werden. Auch vom Papier ist die Wahl der Schrift wichtig. Ein strukturiertes Papier zB verträgt keine feinen Lettern.
Schusterjunge: Anfangszeile am Ende einer Kolumne
Schweizer Degen: So wird ein Schriftsetzer genannt, der auch drucken kann, zB am Tiegeldruckautomaten.
Signatur: Die Einkerbung längs der Dickte auf der Seite der unteren Begrenzung des Buchstabenbildes. Die Signatur ist immens wichtig beim Setzen. Der gute Griff: Beim geübten Setzen gleitet das Auge schon zum nächsten Buchstaben, während die Finger den aktuellen Buchstaben iin den Winkelhaken setzen.
Signet: Verlegerzeichen
Spatium: Wortzwischenraum; Es gehört zum Ausschluss und es gibt sie beginnend mit Halbpunkt-Spatien (aus Messing und nur von 6 Punkt bis 1 Cicero) bis zum Geviert.
Speck: Bezeichnung für besonders leichten und vorteilhaften Satz mit vielen Einzügen und Ausgängen, Titeln usw., die dem Setzer voll als Satz bezahlt wurden. Dazu gehören auch sog. Stehsätze, das sind regelmäßig wiederkehrende Druckaufträge.
Spieß: Wort- oder Zeilenzwischenraum, der in der Maschine hochgezogen wurde und mitdruckt. Das kann passieren, wenn die Zeile nicht richtig ausgeschlossen wurde oder wenn die Seite nicht richtig ausjustiert wurde. Es kommt außerdem zustande, wenn Maschinensatzzeilen zu stark ausjustiert sind und bei Leerzeilen, die nicht abgesägt wurden.
Stift: ugs. für Lehrling, Auszubildender
Stückdurchschuss: Das sind die Viertelpetit, Viertelcicero und Halbpetit-Stücke, die in den Stärken 1 Punkt bis 4 Punkt vorhanden sind. Versierte Setzer, die viel Akzidenz setzen, haben ein ganzes Arsenal in weiteren Längen. zB 5, 6, 7, 9, 10, 11, 13, 14, 16´5, 17, 18, 19 Cicero usw.

T
Todesanzeige: Eine Todesanzeige soll möglichst viel Licht an den Seiten haben und schlicht und einfach sein. Auch die Schriftwahl sollte nicht aufdringlich sein.

U, V
Umbruch: Das Zusammenstellen von zunächst in Spalten hergestellten Maschinensatz zu ganzen Seiten. Außerdem kann nach einer geklebten Vorlage (Layout) umbrochen werden. So weiß man am Ende, wie das Buch zB aussehen wird und kann dabei gleich unschönen Zeilenverlauf wie Hurenkinder vermeiden.
Umspinnen: Ein Klischee mit Text herum setzen
Verheben: Eine Zeile wird bei der Maschinenrevision an eine falsche Stelle gesetzt, so daß beim Lesen ein Stück (des Satzes) unklar bleibt, während die verhobene Zeile an der falschen Stelle Verwirrung bringt.
Verfischter Kasten: Schriftkasten, in den einige Zeilen einer dort nicht hingehörigen Schrift abgelegt wurden. Wird dies nicht gleich bemerkt, so tauchen die Fische im nächsten Neusatz wieder auf. Viele Schriftsetzer regen sich fürchterlich auf, wenn sie mit so einem Schriftkasten arbeiten müssen, behindert er doch das flüssige und flinke Setzen.
Vignette: Zier- oder Titelbildchen, Randverzierung. bei den Getränkekarten lenkte eine solche Vignette den Blick des Gastes sogleich zu den gewünschten Speisen oder Getränken.

W
Wasserzeichen: Beim Wasserzeichen unterscheidet man zwischen Stoffansammlung (dunkles Wasserzeichen) oder Stoffverdrängung (helles Wasserzeichen). Außerdem gibt es noch gefälschte Wasserzeichen, die einfach aufgedruckt werden.
Waisenknabe: Anfangszeile am Ende einer Kolumne
Werksatz-Auszeichnungen: Kursiv, Kapitälchen, halbfett, dreiviertelfett, Initiale
Winkelhaken: Das wichtigste Werkzeug eines Setzers. Als Winkelhaken bezeichnet der Schriftsetzer eine verstellbare Lehre zum Zusammensetzen einer Zeile aus Bleisatz-Lettern. In der Fach- und Umgangssprache der Schriftsetzer wird der Winkelhaken manchmal auch Kelle genannt. Abhängig von der gewünschten Satzbreite gibt es unterschiedlich lange Winkelhaken bis zu 60 cm Länge, wobei für den Satz von Akzidenzdrucksachen die Exemplare mit 24 Cicero und 28 Cicero Standard waren. Ich habe allerdings Zeilen ab 40 Cicero nicht im Winkelhaken, sondern auf dem Satzschiff ausgeschlossen. Die Gefahr, daß die Zeile beim Ausschließen - gerade in den kleinen Schriftgraden - aus dem Winkelhaken springt, ist zu groß.

Z
Zeilenhacker: Da der Maschinensatz eine Zeile als untrennbaren, massiven Bleiblock ausgibt, lässt sich Fremdmaterial (wie Vignetten) nicht zerstörungsfrei einfügen. Die Zeile muss mechanisch aufgebrochen werden. Der Setzer legt die gegossene Bleizeile in den Zeilenhacker ein und trennt sie mit dem Hebelmesser exakt an der Stelle, an der das Fremdelement sitzen soll. Die Vignette wird zwischen die getrennten Zeilenstücke plaziert. Durch das eingefügte Material überschreitet die Zeile nun die vorgegebene Satzbreite. Der Setzer nutzt erneut den Zeilenhacker, um das überstehende Bleimaterial am äußeren Zeilenende gratfrei abzuschneiden (abzuhacken). Unter Kontrolle am Instrument wird die Zeile wieder exakt auf die ursprüngliche Satzbreite gebracht, um den Formschluss für den Schließrahmen zu garantieren.
Zeilensäge: Das war eine Tischkreissäge für die genaue Kürzung von Maschinensatzzeilen. Konstruktive Besonderheit des Sägeblatts: Die sprichwörtliche Gratfreiheit der Schnitte wurde durch ein kombiniertes Säge- und Fräsblatt erreicht. Das Spezial-Sägeblatt besaß im Zentrum eine präzise Aussparung, in der rotierende Fräsmesser (Trimmermesser) montiert waren. Während die äußeren Zähne die Bleizeile trennten, hobelten die inneren Messer die Schnittkante im selben Arbeitsgang plan. Dies verhinderte jegliche Materialaufwerfung des weichen Letternelements und sparte dem Setzer das zeitaufwendige Entgraten von Hand.
Zitat: Sinnspruch mit Autonennung; soll den Leser in die notwendige Stimmung bringen. Text: Kursiv, evtl. eingezogen.
Zurichtung: Ausgleichen der feinen Höhenunterschiede der Druckform, um ein gleiches Druckbild zu erzielen. Das geschieht durch Bekleben von Papier auf der Rückseite vom Aufzug der Druckpresse.
Zweifäusterdruck: Ein Zusatzverfahren zum Steindruck (Lithografie). Es gibt viele tiefe Stellen, die mit der Handwalze nicht eingefärbt werden können. Dann nimmt man in jede Hand (Faust) einen pilzförmigen Tampon, mit denen man diese Stellen einfärben kann.
Zwiebelfisch: Fälschlich aus anderen Schrifttypen gesetzte Buchstaben. Fällt einem Setzer beim Fortbringen ein gefüllter Schriftkasten zu Boden oder rutscht ihm ein gerade fertiggewordener Satz aus den Händen, dann gibt es einen Zwiebelfischhaufen.